Warum Wein korkt


Eine herbe Enttäuschung

Bock auf Wein - aber die Vorfreude auf die gute Flasche Wein schlägt schnell in das Gegenteil um, wenn diese Flasche korkt.

Die Arbeit ist geschafft, der Alltag soll versüßt werden und Du freust dich auf Dein Glas Wein am Feierabend. Doch nach dem Öffnen des tollen Tropfens folgt sogleich die herbe Enttäuschung. Ein etwas stechender, modriger Geruch kommt Dir entgegen und der Wein schmeckt bitter, modrig und etwas scharf. Ein deutliches Zeichen, dass der Wein korkt. Der Abend ist gelaufen.

Ist es wirklich ein Korkfehler?

Du kennst die Situation. Du bist kein Sommelier und selbst unsicher und weißt nicht hundertprozentig, ob der fremdartige Geruch im Weinglas wirklich ein Korkfehler ist. Die Flasche war sicher auch nicht gerade billig.

Wir haben hier einen Geheimtip für Dich, welcher absolute Sicherheit bietet: Schütte kohlensäurehaltiges Wasser auf den betroffenen Wein - das bewirkt eine nochmals spürbare Verstärkung des Korkaromas. Der unerwünschte Fehlton über­deckt den Wein­ge­schmack jetzt sehr deut­lich.

Der Korkton

Verursacht wird der weltweit häufigste Weinfehler durch 2,4,6-Trichloranisol (TCA). Weinexperten schätzen, dass ca. 5-8% aller Korken fehlerhaft sind. 

Aber aufgepasst: Der Korkton, das "Korken des Weines", wird nicht ausschließlich durch einen Korkverschluss ausgelöst, sondern kann auch in Flaschen mit Schraubverschluss auftreten. In diesem Fall bildet sich statt TCA, TBA (Tribromanisol), welches durch Holzschutzmittel oder Weinkartons in den Schraubverschluss und damit in den Wein gelangen kann. Stellt allerdings die absolute Ausnahme dar, grundsätzlich genießen Drehverschlüsse den Ruf, dass Korkfehler nahezu ausgeschlossen sind.

Die Entstehung von TCA im Kork ist noch nicht vollständig erforscht, jedoch sind Bleichmittel in der Korkverarbeitung vermutlich die gängigste Ursache. TCA kann bereits bei der Behandlung des Rohmaterials, der Korkeiche, mit chlorhaltigen Pilzmitteln entstehen.

Ein weiterer Grund für den Weinfehler sind chlorhaltige Substanzen, welche mit dem Phenol im Naturkork reagieren. Produkt dieser chemischen Reaktion können Schimmelpilze sein. Man vermutet, dass die Stoffwechselprodukte dieser Mikroorganismen in Form von TCA in den Korken gelangen und zu dem muffigen Geruch führen. Aber auch TCA-haltige Lagerkartonagen und Paletten können an der Entstehung des Korkgeschmacks verantwortlich sein.

Wegschütten oder Trinken?

TCA ist an sich gesundheitsschädlich und kann deutliche Unverträglichkeiten im menschlichen Körper hervorrufen. Allerdings sind die im Wein enthaltenen Mengen sehr gering, dass eine befallene Flasche als nicht gesundheitsschädlich durchgeht. Korkender Wein ist jedoch sowieso ungenießbar und definitiv kein Trinkvergnügen. Wir empfehlen: Unbedingt wegschütten und lieber eine neue Flasche aufmachen!

Die Chance, dass die zweite Flasche (im Besten Fall nicht die nächste Bottle aus dem gleichen Karton) wieder einen Kork aufweist, ist ziemlich gering. ;)

Weine am Besten liegend lagern

Generell gilt: Weine mit Naturkork am Besten liegend lagern, wenn er über längere Zeit (ab 1 Jahr) aufbewahrt wird. Im Stehen erhält der Korken nicht genug Feuchtigkeit, was dazu führen kann, dass der Korken austrocknet, porös und somit durchlässig wird. Weine können somit oxidieren und ungenießbar werden. Eine liegende Lagerung stellt zu jedem Zeitpunkt sicher, dass der Korken mit dem Wein in Berührung ist und durch die Feuchtigkeit luftundurchlässig bleibt. 

Obacht bei Schaumwein

Bock auf Sprudel? Richtige Lagerung hängt nicht nur vom Verschluss des Weines, sondern auch von der Art des Weines ab. Schaumwein bildet hier eine Ausnahme, denn dieser sollte immer stehend gelagert werden. Es gilt die Oberfläche möglichst gering zu halten. So gewährleisten wir, dass so wenig Kohlensäure wie möglich entweicht. Die wenige Kohlensäure, die nach oben steigt, hält den Korken immer ausreichend feucht.

Pro-Tip: Achte zudem darauf, den Wein vor Lichteinfall zu schützen und dunkel zu lagern. Das ist auch der Grund, weshalb Wein bevorzugt in Buntglas abgefüllt wird. Das ist weniger durchlässig und schützt vor UV-Strahlen.


1 Kommentar


  • Franziska Kundrad

    Hahaha, immer sehr amüsant.
    Bock auf Wein? Bock auf Sprudel?
    Ich lese euren Blog immer mit einem Schmunzeln :)

    Viele Grüße,
    Franziska


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